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Marius Kusch
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Wer als 18-jähriger in einem einzigen Jahr zweifacher
Deutscher Jahrgangsmeister wird, die Qualifikation für
die JEM schafft, dort mit der Lagenstaffel eine Silbermedaille
gewinnt, in ein Einzelfinale einzieht, anschließend
in das deutsche Team für die JWM berufen wird und bei
Deutschen Meisterschaften auf Lang- und Kurzbahn fünfmal
ein A-Finale der offenen Klasse erreicht, kann durchaus
bereits zur Spitze der Deutschen Beckenschwimmer gezählt
werden. Der Athlet, der dies alles in 2011 geschafft hat,
heißt Marius Kusch und gehört der SG Essen an.
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Geboren wurde Marius Kusch am 5. Mai 1993 in Datteln, dort wo
das nördliche Ruhrgebiet ins Münsterland übergeht.
In seiner Heimatstadt hat Marius beim DSC Datteln im Alter von
sechs Jahren seine ersten Bekanntschaften mit dem Element Wasser
gemacht, was aber mit Leistungssport noch nicht viel zu tun hatte.
Erst als er 2004 zum SV Blau-Weiß Recklinghausen wechselte
änderte sich das schlagartig. "Dort hatte ich fünfmal
die Woche Training, das war dann schon leistungsintensiver",
erinnert sich Marius Kusch. Den Wechsel in den totalen Leistungssport
vollzog Marius im Jahr 2009, als er zur SG Essen kam, wo er seitdem
von Henning Lambertz trainiert wird.
Den Ausschlag für den Wechsel zur SG Essen gab das hervorragende
Umfeld am Bundesstützpunkt in Rüttenscheid. Er wohnt
direkt neben der Schwimmhalle im Essener Sport-Internat und auch
zu seiner Schule, dem Helmholtz-Gymnasium, eine der "Eliteschulen
des Sports" sind es nur wenige Schritte. "Der Reiz
für mich war die Kombination Internat, Schule und Schwimmen.
Ich hatte vorher zwar auch überlegt, nach Dortmund oder Wuppertal
zu gehen, aber der Aufwand jeden Tag dorthin fahren zu müssen,
wäre einfach zu groß gewesen", sagt Marius
zu seinen Beweggründen sich der SG Essen anzuschließen.
Am Helmholtz-Gymnasium besucht er zurzeit die zwölfte Klasse.
2013 will er dort sein Abitur machen. Auch wenn er eines Tages
das Sport-Internat verlassen muss, will er in Essen bleiben. "Ich
werde mir eine Wohnung suchen, weil ich weiter bei der SG Essen
schwimmen will und unter Henning Lambertz einmal die Teilnahme
an Olympischen Spielen schaffen möchte", hat sich
Marius Kusch bereits festgelegt, was seine sportliche Zukunft
angeht. Sportlich vorbelastet ist Marius durch seinen Vater, der
im Kanusport aktiv war und auch an Deutschen Meisterschaften teilgenommen
hat.
Marius ist in erster Linie Schmetterlingsschwimmer, wobei er
die 100m und 200m bevorzugt. Die 50m schwimmt er nur so nebenbei,
feierte aber über diese Strecke einige Erfolge. "Aufgrund
des häufigen Trainings und, wie mein Trainer sagt, der Art
wie ich schwimme, fallen mir die 100 und 200 Meter wesentlich
leichter als der Sprint", erzählt Marius. Neben
Schmetterling schwimmt er auch gerne Freistil und zwar die 100,
200 und 400m. Als seine Vorbilder nennt er die US-Amerikaner Michael
Phelps und Ryan Lochte und zusätzlich, was dann auch den
Bezug zum Schmetterlingsschwimmen herstellt, Michael Groß.
Erste Erfolge in Form von Jahrgangstiteln bei SV NRW-Meisterschaften
verbuchte Marius Kusch, der übrigens Lang- und Kurzbahn gleichermaßen
liebt, als er 2009 nach Essen kam. Auf DSV-Ebene war er hingegen
im Jahr 2009 noch nicht wirklich erfolgreich. Besser lief es hingegen
schon 2010 bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Berlin,
als er über 100m Schmetterling Vierter wurde und in seinen
weiteren Rennen, die Plätze fünf, sechs und dreizehn
belegte.
Seinen sportlichen Durchbruch schaffte Marius in diesem Jahr.
Über 100 und 200m Schmetterling wurde er Deutscher Jahrgangsmeister
und über die 50m Schmetterling Vizemeister. Über die
100 und 200m Schmetterling erreichte er zudem das A-Finale der
offenen Klasse, wo er Siebter (100m) und Achter (200m) wurde.
Belohnt wurden seine großartigen Leistungen in Berlin mit
der Nominierung für die JEM in Belgrad. In der serbischen
Hauptstadt stand Marius im Finale über 50m Schmetterling,
wo er Achter wurde.
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Die 4x100m Lagenstaffel der Männer
mit Marius Kusch (ganz rechts) gewann bei der JEM in Belgrad
die Silbermedaille
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Höhepunkt der JEM war für ihn aber
der Gewinn der Silbermedaille mit der 4x100m Lagenstaffel.
"Das war schon ein besonderes Gefühl. Klar
habe ich mich auch über meine Titel bei den Deutschen
Jahrgangsmeisterschaften gefreut, aber die Silbermedaille
in Belgrad war doch noch etwas ganz anderes", sagt
Marius. Den Gewinn der Staffelmedaille bezeichnet Marius
dann auch als sein bisher schönstes Erlebnis im Schwimmsport.
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Mit der JEM waren seine internationalen Einsätze in 2011
aber noch nicht beendet. Vom 16. bis 21. August vertrat Marius
die DSV-Farben bei den 3. Junioren-Weltmeisterschaften in Lima
(Peru). Mit der Silberstaffel von Belgrad belegte Marius in Südamerika
Platz fünf, im Einzel über 50m Schmetterling war für
ihn als Dreizehnter der Halbfinals Endstation und über 100m
Schmetterling kam das Aus im Vorlauf, wo er Rang 24 belegte. "Lima
kam nach der langen Saison für uns einfach zu spät,
darum lief es dort auch nicht mehr so gut. Die WM war dennoch
ein Sahnehäubchen und die Reise dahin hat sich gelohnt",
meint Marius.
Sehr gut lief es für Marius Kusch hingegen noch bei den
Deutschen Kurzbahnmeisterschaften Ende November in Wuppertal.
Hier stand er über alle drei Schmetterlingstrecken im A-Finale,
wo er Sechster (50m), Achter (100m) und Siebter (200m) wurde.
Für 2012 hat er sich vorgenommen bei Deutschen Meisterschaften
in Einzelrennen wieder die A-Finals zu erreichen und seine persönlichen
Bestzeiten zu steigern. Als sein sportliches Fernziel nennt er
die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016. Was seine beruflichen
Ziele angehen, zeigt er sich noch unentschlossen. Er will aber
auf jeden Fall studieren.
In seiner knapp bemessenen Freizeit trifft er sich gerne mit
seinen alten Freunden aus dem Verein in Recklinghausen, wo er sehr oft
seine Wochenenden verbringt, sofern er nicht bei Wettkämpfen
beschäftigt ist. "Wir treffen uns dann im Schwimmbad
und machen SPLASHDIVING", schmunzelt Marius. Für
Uneingeweihte: "SPLASHDIVING" ist die hohe Kunst der
Arschbomben vom Sprungturm.
Ansonsten kann man Marius mit gutem Essen glücklich machen,
wobei er Fleisch und hier vor allem Rouladen bevorzugt. Ärgern
kann er sich, wenn er mal einen schlechten Trainingstag erwischt
oder wenn ihm jemand mit schlechter Laune daher kommt. Wichtig
ist ihm, dass er seine schulischen und sportlichen Ziele erreicht
und weiterhin ehrgeizig bleibt. "Was mir noch sehr wichtig
ist, dass ich den Kontakt zu meinem alten Verein in Recklinghausen weiterhin
aufrechterhalte, weil ich von den Leuten dort noch sehr viel Unterstützung
bekomme. Manchmal gehe ich auch noch zu deren Training, wo ich
mit meinen alten Trainern über vergangene Zeiten plaudere",
gab Marius uns noch mit auf den Weg.
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Begonnen haben wir dieses Portrait mit der Aufzählung
von sportlichen Erfolgen. Hiermit wollen wir auch enden,
denn auch das folgende soll nicht verschwiegen werden: Auch
mit der Mannschaft feierte Marius in diesem Jahr Erfolge.
Mit der SG Essen wurde er Deutscher Mannschaftsmeister und
bei der Kurzbahn-DM stand er im Essener Quartett, das den
Titel über 4x50m Lagen gewann.
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Siegerstaffel der SG Essen bei den Deutschen Kurzbahn-Meisterschaften
in Wuppertal Marius Kusch (ganz rechts)
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Womit unsere Schlagzeile untermauert werden kann. Marius Kusch
ist mit achtzehn Jahren in der Spitze angekommen.
Peter Kuhne