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Nina Schiffer
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In einem ersten Vorgespräch für dieses Sportlerportrait,
das Anfang November stattfand, antwortete Nina Schiffer
von den SSF Bonn auf die Frage nach ihrem bisher größtem
Sporterlebnis das das die Jugend-Europameisterschaften im
Sommer diesen Jahres auf Mallorca waren. Da ahnte die am
3. Januar 1991 geborene Schülerin der Ursulinen Schule
Hersel noch nicht, was in den letzten zwei Monaten des Jahres
2006 noch alles über sie hereinbrechen sollte.
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Zunächst sorgte sie Ende November mit dem Gewinn der Silbermedaille
in der offenen Klasse über 200m Schmetterling in 2:15,39
Minuten bei den Deutschen Wintermeisterschaften in Hannover für
eine faustdicke Überraschung. Das Nina Schiffer hiermit das
Ticket für die Kurzbahn-Europameisterschaften vom 4. bis
7. Dezember in Helsinki löste, änderte ihr Urteil über
das bisher größte Sporterlebnis gewaltig. Jetzt war
das nicht mehr das sommerliche Mallorca, sondern ab sofort betrachtet
die 15-jährige ihre Teilnahme an der "Großen EM"
im schon winterlichen Helsinki als das bisherige Highlight ihrer
noch jungen Karriere.
Die begann für die in Köln geborene und jetzt in Niederkassel
in der Nähe von Bonn wohnende Nina Schiffer mit den ersten
Erfahrungen im Wasser, das sie heute als "Paddeln" bezeichnet
im Jahre 1998. Ernsthaft Schwimmsport betreibt sie ab 2000. Zunächst
zog sie ihre Bahnen bei der SPVGS Lülsdorf-Ranzel, anschließend
wechselte sie zu den SSF Sieglar und seit dem Jahr 2002 sind die
SSF Bonn ihre sportliche Heimat.
Ihre bevorzugten Disziplinen sind die Schmetterlingsstrecken,
wobei Ihr wie sie mit einem Schmunzeln sagt, die 50m am meisten
Spaß machen, sie aber die 200m am besten beherrscht, sowie
die 200 und 400m Lagen. Direkte sportliche Vorbilder hat Nina
Schiffer nicht, sie betrachtete aber immer mit Respekt den Australier
Ian Thorpe. "Der hat so lange Arme und dementsprechend einen
Mega-Armzug" sagt Nina.
Erste Erfolge auf SV-NRW-Ebene feierte Nina Schiffer 2003, als
sie bei den Jahrgangsmeisterschaften Zweite über 100m Rücken
und 200m Lagen, sowie Dritte über 100 und 200m Freistil wurde.
Auf DSV-Ebene trat Nina ebenfalls im Jahr 2003 erstmals in Erscheinung.
Im Jugendmehrkampf belegte sie hier den dritten Platz. Ein Jahr
später gewann sie bei den Deutschen-Jahrgangsmeisterschaften
die Titel über 200 und 400m Lagen und gewann die Bronzemedaille
über 400m Freistil. "Das alles mit gebrochenem Zeh"
gibt Nina zu verstehen. Diese Verletzung hatte sie sich beim Fußballspielen
zugefügt.
Mit ebenfalls gebrochenem Zeh war sie übrigens schon ein
Jahr zuvor bei den Deutschen Jahrgangsmeisterschaften in Wuppertal
angetreten. Da war sie die Treppe herunter gefallen. Erstmals
mit heilen Knochen trumpfte Nina Schiffer dann 2005 bei den Deutschen
Jahrgangsmeisterschaften in Berlin auf. Hier holte sie Gold über
200 und 400m Lagen, sowie über 200m Schmetterling. Über
100m Schmetterling gewann sie die Silbermedaille. Mit diesen Leistungen
sicherte sie sich die Teilnahme am European Youth Olympic Festival
(EYOF) in Italien, ein Ereignis, das sie auch in die Reihe ihrer
bisher schönsten Erlebnisse in Ihrem Sportlerleben einordnet.
Das laufende Jahr 2006 ist für Nina Schiffer aber das bisher
erfolgreichste, was das Schwimmen angeht. Drei Jahrgangstitel
bei der DM in Berlin (200m Schmetterling, 200 und 400m Lagen)
und die Qualifikation für die Jugend-Europameisterschaften
auf Mallorca waren verdienter Lohn für einige Jahre harter
Trainingsarbeit. Über 200m Schmetterling erreichte sie bei
der JEM mit neuer persönlicher Bestzeit von 2:15,52 Minuten
das Finale, wo sie als Siebte ins Ziel kam.
Für das Jahr 2007 ist Nina Schiffer noch einmal für
eine JEM startberechtigt. Keine Frage, dass sie die Teilnahme
anstrebt. Das ganz große Ziel heißt aber Olympische
Spiele. 2012 in London wäre sie 21 Jahre alt, ein gutes Alter
für eine Schmetterling- und Lagenspezialistin. Mit fünf
bis sieben Trainingseinheiten in der Woche arbeitet Nina auf ihr
großes Ziel hin. 2010 will sie ihr Abitur machen und anschließend
studieren. "Was, weiß ich noch nicht, aber irgendwas
mit Sport wird's schon sein", legt sich Nina Schiffer jetzt
noch nicht genau fest.
In ihrer Freizeit geht Nina gerne shoppen und auch schlafen
gehört zu ihren Hobbys. Gerne hört sie auch Musik, wo
sie Justin Timberlake als ihren Favoriten nennt. Im Frühjahr
will sie ein Konzert des US-Amerikaners besuchen. Die Karten hat
sie schon in der Tasche. Danken will Nina Schiffer an dieser Stelle
ihren "Managern" Papa und Mama, sowie auch allen anderen,
die sie in vielen Dingen unterstützen. Ein bisschen steht
dabei ihr ein Jahr jüngerer Bruder im Hintergrund, der sich
dem Judo verschrieben hat und bereits im Besitz des braunen Gürtels
ist. "Vor dem bekommt man ja Angst", sagt Nina nicht
ganz ernst gemeint. "Sorry an ihn, weil wegen mir immer so
ein Chaos ist" fügt sie lächelnd hinzu.
Über dieses Chaos wird er aber sicher gerne hinwegsehen,
wenn er an die Erfolge seiner großen Schwester denkt. Man
kann es nicht oft genug sagen: "Nina Schiffer war bei den
Kurzbahn-Europameisterschaften dabei." Und da das Beste immer
zum Schluss kommt: Über 200m Schmetterling schwamm Nina in
Helsinki hervorragende 2:12,67 Minuten, was Platz 18 bedeutete.
In ihrem Jahrgang 1991 war nur die Russin Irina Bespalova schneller,
die in 2:12,59 Minuten anschlug.
Peter Kuhne